Mineralstoffe und Spurenelemente

Mineralstoffe

Mineralstoffe und Spurenelemente

Inhaltsverzeichnis

Für den normalen Ablauf der Lebensvorgänge sind bestimmte Mineralstoffe und Spurenelemente notwendig.

Die Mineralstoffe werden in größerer Menge benötigt und aus diesem Grund auch a\s Mengenelemente bezeichnet.
Alle anderen Elemente kommen nur in sehr geringem Maße im Körper vor, daher der Name Spurenelemente.

Mineralstoffe und Spurenelemente unterliegen einem Umsatz und damit einer Ausscheidung.
Sie müssen, ebenso wie andere Nahrungsstoffe, immer wieder ersetzt werden.
Durch Fehlen oder Unterangebot können deshalb Mangelkrankheiten auftreten.

Tabelle: Bedarf des Hundes an Mineralstoffen und Spurenelementen

 wachsender Hunderwachsener Hund
Kalzium260 mg1200 mg
Phosphor210 mg100 mg
Magnesium17,6 mg8,8 mg
Kalium220 mg220 mg
Natriumchlorid530 mg330 mg
Eisen2,6 mg1,3 mg
Kupfer0,32 mg0,16 mg
Selen0,0048 mg0,0024 mg
Mangan0,22 mg0,11 mg
Zink2,2 mg1,1 mg
Jod0,066 mg0,033 mg

Die angegeben mengen gelten pro kg Körpergewicht und Tag beim wachsenden und erwachsenen Hund

Mengenelemente

Sie haben die Aufgabe, das Skelett auszubilden, beeinflussen Stoffwechselvorgänge und sind für den Erhalt von Körperfunktionen wichtig.
Mengenelemente liegen im Organismus zum Teil in gelöster Form vor und werden dann als Elektrolyte bezeichnet.

Kalzium

Der Stoffwechsel beider Mineralstoffe ist eng miteinander verzahnt, da beide zum Aufbau des Knochens beitragen und bei Bedarf gemeinsam aus ihm mobilisiert werden.
Das Skelett stellt also nicht nur ein Stützorgan dar, sondern nimmt auch eine wichtige Aufgabe als Stoffwechselorgan wahr, vor allem bei der Aufrechterhaltung des Kalziumgleichgewichts.
Über 80% der Knochenmasse besteht aus Kalzium und Phosphaten.
Etwa 99% des Kalziums und 80% des Phosphats im Körper befinden sich in den Knochen und Zähnen.

Für was benötigt der Hund Kalzium?

  • Blutgerinnung
  • Knochen- und Zahnbildung
  • Zellstoffwechel
  • Nerven- Impulstransmitter
  • Muskelkontraktion

Natürliche Kalziumquellen

  • Milch
  • Milchprodukte
  • Fleisch

Phosphor

Phosphor liegt im Organismus in verschiedenen Verbindungen vor.

Für was benötigt der Hund Phosphor?

  • Energiestoffwechsel (der Energiestoffwechsel der Körperzellen wäre ohne diesen Mineralstoff nicht denkbar)
  • Säure- Basen-Balance
  • Skeletstruktur
  • DNA und RNA Struktur
  • Phosphate sind nicht nur Bestandteile des Knochens, sondern spielen bei vielen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle.

Natürliche Phosphorquellen

  • Fleisch
  • Milch
  • Milchprodukten

Das Kalziumgleichgewicht im Blut ist konstantverknüpft mit dessen Phosphorgehalt.
Dies bedeutet, daß nicht nur Änderungen des Kalziumstoffwechsels, sondern auch Änderungen im Phosphorstoffwechsel das Skelett als Kalziumdepot beanspruchen.

Dabei regeln den Ausgleich aus den Knochen zwei gegensätzlich wirkende Stoffe:

  • das Parathormon der Nebenschilddrüse
  • und das Calcitonin der Schilddrüse

Das Parathormon fördert bei einer kalziumarmen Stoffwechsellage den Abbau von Knochengewebe durch bestimmte Zellen, so daß Skelettkalzium freigesetzt wird. Diese Wirkung des Parathormons ist gebunden an das Vorhandensein von Vitamin D.
Gleichzeitig wird die Phosphorausscheidung durch die Nieren erhöht.
Ein Kalziumüberangebot hemmt dagegen die Produktion von Parathormon und damit den Knochengewebeabbau.
Parallel dazu bewirkt die jetzt vermehrte Calcitoninausschüttung in das Blut eine Förderung des Kalziumeinbaus in das Skelett.
Auch hier über die Vermehrung bestimmter Knochenzellen.

Magnesium

Der größte Anteil des Magnesiums befindet sich in den Knochen.

Für was benötigt der Hund Magnesium?

  • Mineralstruktur von Knochen und Zähnen
  • Enzymfunktionen
  • Hormonfunktion und -Ausschüttung
  • Stabilität der Zellmenbranen (Muskel, Nerven
  • Daneben ist es Bestandteil von Verbindungen, die für den Energiestoffwechsel und die Erregung und Erschlaffung von Muskeln wichtig sind.

Natürliche Magnesiumquellen

  • Milch
  • Fischmehl.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Magnesium bekommt?

  • Beim Hund selten.
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Muskelschwund
  • Bei Jungtieren Wachstumsstillstand und erhöhte Kalziumablagerung im Skelett (Übermineralisation).
  • In sehr schweren Fällen Muskelkrämpfe.
Beim herzmuskelkranken Hund muß besonders auf ausreichende Magnesiumversorgung geachtet werden.

Natrium und Chlor

Beide Mineralstoffe hängen eng zusammen, auch mit dem Kalzium.

Für was benötigt der Hund Natrium und Chlor?

Natriumchlorid ist unerläßlich für die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts im Organismus, d. h. für die Regulation der Lösungsverhältnisse im Blut und in den anderen Körperflüssigkeiten.
Damit wird es auch für die Nierentätigkeit benötigt.

Kochsalz dient daneben auch als Ausgangsprodukt der Säurebildung im Magen.
Die Steuerung des Natrium- und Chloridstoffwechsels erfolgt durch Hormone der Nebenniere (Cortisone).

Natürliche Natrium.- und Chlorquellen

Sie werden hauptsächlich in Form von Kochsalz (Natriumchlorid) aufgenommen.
Die natürliche Quelle für Kochsalz ist für den Hund

  • Fleisch
  • Milch.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Natrium und Chlor bekommt?

Sie sind bestimmt durch die engen Beziehungen mit dem Wasserhaushalt des Körpers.
Bei Kochsalzmangel wird der Organismus wasserarmer.
Da der Hund im Gegensatz zum Menschen praktisch nicht schwitzt, wird Kochsalzmangel bei ihm durch häufiges Erbrechen, schwere Durchfälle und die
Ausscheidung zu hoher Urinmengen (bei bestimmten Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus) hervorgerufen.
Als Folge zeigt sich ein Nachlassen der Hautelastizität (Hautturgor)

Zur Prüfung des Hautturgors als wichtiges Maß für krankhafte Veränderungen des Wasserhaushaltes.
Ein Zusammenbruch des Wasserhaushaltes, der nicht raschestens durch entsprechende Infusionen behandelt wird, führt unweigerlich zum Tod.

Chronischer Kochsalzmangel bringt Ermüdungserscheinungen mit sich, beim Jungtier Wachstumsstörungen.
Eine mäßige Überdosierung von Kochsalz ist nur gefährlich, wenn nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung steht.
Vor allem durch eine Steigerung der Harnbildung kann das überflüssige Natriumchlorid ausgeschieden werden.
Dies bedeutet natürlich eine starke Belastung der Nieren.
Aus diesem Grund dürfen auch keine stark gesalzenen Küchenreste (Soßen, Geräuchertes etc.) gefüttert werden.Klinisch äußert sich die sehr seltene Kochsalzvergiftung in Form von Durchfällen und Krämpfen.

Hinweise:

  • Es ist ein längst überholter Irrtum, daß die Zufütterung von Salz auch gesunden Hunden schadet.
  • Bei vorwiegender Fleischnahrung ist der Kochsalzbedarf in der Regel gedeckt; besteht das Futter jedoch vorwiegend aus Zerealien, muß Kochsalz zugegeben werden.
  • Bei Erkrankungen des Herzens muß kochsalzarm gefüttert werden, bei bestimmten Nierenerkrankungen natriumreich.

Kalium

Es liegt im Organismus vor allem innerhalb der Zellen vor.

Für was benötigt der Hund Kalium?

Es ist für die Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts von Bedeutung, besonders aber für den Muskel- und Nervenstoffwechsel.
In den mit Energie geladenen Muskelzellen überwiegt Kalium das Natrium.

Wenn durch Arbeit des Muskels die Energie verbraucht ist, tritt Kalium aus den Zellen und wird durch Natrium ersetzt.
Im Ruhezustand wird wieder Kalium aufgenommen, und es erfolgt eine neue Aufladung mit Energie.
Diese sog. Kalium/Natrium-Pumpe besitzt auch für den Herzmuskelstoffwechsel Geltung.
Auch der Kaliumstoffwechsel wird durch Hormone der Nebenniere gesteuert (Cortisone).

Natürliche Kaliumquellen

Einen hohen Kaliumgehalt weisen Zerealien auf.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Kalium bekommt?

Sie können auftreten bei wiederholtem Erbrechen

  • schweren Durchfällen und zu hoher Urinausscheidung (besonders bei Diabetes mellitus)
  • Neben Appetitlosigkeit sind Störungen der Muskelfunktion zu beobachten.
  • Überhöhte Zufuhr von Kalium wird durch die Nieren ausgeglichen.

Hinweis:
Bei der Behandlung von herzkranken Hun-den mit Digitalis und bei Diabetespatienten ist auf ausreichende Kaliumzufuhr zu achten (Kalium/Natrium-Pumpe!), nötigenfalls durch entsprechende Präparate; dies gilt auch für Magnesium.

Spurenelemente

Die Spurenelemente greifen grundlegend in den Zellstoffwechsel ein.

Eisen

Für was benötigt der Hund Eisen?

Das Eisen übt im Organismus zahlreiche wichtige Funktionen aus.
Als Bestandteil des Hämoglobins (roter Blutfarbstoff) spielt es eine wichtige Rolle beim Sauerstofftransport, als Teil des Myoglobins bildet es eine Sauerstoffreserve im Muskel.
Eisen greift weiterhin als Bestandteil vieler wichtiger Verbindungen direkt in den Zellstoffwechsel ein.
Zwei Drittel des Eisens befinden sich im Blut, das restliche Drittel im Knochenmark, in der Leber und in der Milz.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Eisen bekommt?

  • In erster Linie Mangel an roten Blutkörperchen (sog. Eisenmangelanämie), besonders nach großen Blutverlusten.

Kupfer

Für was benötigt der Hund Kupfer?

Ist mit dem Eisen zur Bildung von Hämoglobin notwendig.
Daneben sind einige stoffwechselaktive Verbindungen kupferhaltig.
Das ebenso lebensnotwendige Spurenelement Molybdän unterstützt das Kupfer in seinen Aufgaben.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Kupfer bekommt?

  • Anämie
  • Erkrankung der Knochen und der Haut.

Selen

Für was benötigt der Hund Selen?

Die Wirkung des Selens ist mit dem Vitamin E verbunden.
Selen zeigt vor allem eine Leberschutzwirkung und beeinflußt die Funktion der Muskulatur.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Selen bekommt?

  • Skelett- und Herzmuskelerkrankungen.

Mangan

Für was benötigt der Hund Mangan?

Wichtig für die Ausbildung des Skeletts und für die Funktion der Muskulatur und der Geschlechtsorgane.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Mangan bekommt?

  • Störungen des Knochenwachstums und der Fortpflanzung.

Zink

Für was benötigt der Hund Zink?

Dieses Spurenelement zeigt besonders Einwirkungen auf den Kalziumstoffwechsel.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Zink bekommt?

  • Wachstumsverzögerungen
  • Hautkrankheiten.

Jod

Für was benötigt der Hund Jod?

Ist notwendiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone.

Was passiert wenn der Hund zu wenig Jod bekommt?

Ein Mangel an Jod führt zu einer Verminderung des Jodgehalts in der Schilddrüse, damit zu Störungen in der Bildung von Schilddrüsenhormonen und zu einer Umfangsvermehrung der Schildrüse.
Ein leichter Jodmangel ruft Wachstumsstörungen, ein schlechtes Fell und Nachlassen der Fortpflanzungsfähigkeit hervor.

Verschiedene weitere Spurenelemente bleiben im Rahmen dieses Artikels ohne Interesse.

Das könnte dich auch interessieren:

nahrungsbestandteile im Hundefutter tumbnail