Verdauung Hund

Grafik Verdauung Hund

Das Verdauungssystem des Hundes

Inhaltsverzeichnis

Der Hund ist wie sein Vorfahre, der Wolf, ein Fleischfresser, wenngleich beide aber teilweise auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, z. B. in Form von Früchten oder auch dem Mageninhalt der Beutetiere.

Im Gegensatz zu Katzenartigen, die sich ausschließlich durch Futter tierischer Herkunft ernähren, sind die Caniden in ihrem Nahrungsspektrum flexibler.

Wölfe beim fressen

Wölfe beim fressen

Wölfe fressen ihre Beutetiere bis auf wenige schwer oder unverdauliche Bestandteile komplett auf und ernähren sich so nicht nur von hochwertigem Fleisch.
Sie nehmen dadurch z. B. auch Natrium aus dem Blut auf, Kalzium aus den Knochen sowie Spurenelemente und fettlösliche Vitamine aus den Organen.

Durch die Domestikation haben sich die Nahrungsansprüche des Hundes ein wenig geändert.

kleiner Hund frisst

weniger ist oft mehr

Er kann nicht mehr so große Mengen von mehreren Kilogramm auf einmal fressen wie sein Stammvater, der Wolf, und ist nicht mehr den harten Lebensbedingungen ausgesetzt.
Dadurch benötigt zumindest der normale Familienhund auch weniger Energie in Form von Eiweiß und Fett.
Beim Füttern ist weniger oft mehr.
Aber konsequent zu bleiben fällt vielen Hundebesitzern nicht leicht, wenn ihr Hund sie mit großen Augen bittend ansieht, so, als wäre er kurz vor dem Verhungern.

Es ist wichtig zu verstehen wie die Verdauung des Hundes funktioniert.

Nur so kann man die Bedeutung einer guten Ernährung für den Hund wirklich verstehen.
Wie beim Menschen beruht der Verdauungstrakt von Hunden auf viele mehr oder weniger empfindlichen Organen.

Die Erkennung einer Verdauungsstörungen beim Hund ist ein ausgezeichneter Weg, um zu erkennen, dass seine Ernährung nicht geeignet ist, oder um mögliche Gesundheitsstörungen zu erkennen.

Video: Tiermedizin Verdauungskanal – einfach und verständlich erklärt

So funktioniert das Verdauungssystem eines Hundes

Die Verdauung, vom ersten bis zum letzten Schritt:

Fressen der Nahrung

Schäferhund frisst

Hunde schlucken große Stücke

Der Hund kaut seine Nahrung im Gegensatz zum Pflanzenfresser nur sehr wenig.
Er zerkleinert zu große Futterstücke und schluckt sie dann ab.

Umwandlung der Nahrung in einen Nahrungsbrei

Im Magen wird die Nahrung mit Magensaft angereichert und zu einem Nahrungsbrei umgewandelt.
Drüsen in der Magenwand produzieren Säuren (Salzsäure) und Verdauungsenzyme (Pepsine)
Die Nahrung wird zur Aufspaltung der einzelnen Nahrungsbestandteile vorbereitet.

Die Magenwand ist mit Schleimhäuten überzogen die Schleim produzieren.
Das schützt den Magen davor sich selbst zu verdauen.
Ist die Schleimproduktion gestört kommt es zu Magenreizungen.

Neutralisieren der Magensäuren

Im Zwölffingerdarm werden dem Nahrungsbrei Gallensaft und die Pankreassäfte beigemengt.
Die Gallenflüssigkeit und die Enzyme des Pankreassaftes neutralisieren die Magensäuren und bindet und löst Fettsäuren.
Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße werden aufgespalten.

Nahrungsbestandteile werden in den Körper aufgenommen (Resorption)

Darm Zotten beim HundDie Schleimhaut des Dünndarm besteht aus  vielen fingerartigen Ausstülpungen. (Zotten)
Dadurch wird die nährstoffdurchlässige Fläche der Darmschleimhaut für die Aufnahme der Nährstoffe vergrößert.
Aufgespaltenen Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate und Wasser gelangen so aus dem Darm in den Körper.

Wasserentzug und  Aufnahme von Vitamine, Salze und essentielle Fettsäuren

Grafik Vitamine

Vitamine gelangen über das Blut zur Leber

Aus den unverdaulichen und nicht verwertbaren Futterbestandteilen wird im Dickdarm Wasser entzogen.Wasserlösliche Vitamine, Salze und essentielle Fettsäuren werden in den Körper aufgenommen.

Die im Körper aufgenommen Nahrungsbestandteile (Eiweiße, Fette, Kohlenhydrate, Wasser, Vitamine, Salze und essentielle Fettsäuren) gelangen über das Blut zur Leber.

Leber – wichtiges Verdauungsorgan

In der Leber finden die meisten Stoffwechselvorgänge des Körpers statt.

  • Nährstoffe werden zu Fettsäuren und Aminosäuren verarbeitet.
  • Die Leber kontrolliert den Vitamin- und Hormonhaushalt.
  • Die Blutgerinnung wird durch die Leber gesteuert
  • Eisen, Zink und Kupfer werden in der Leber gespeichert.
  • Proteine werden synthetisiert
  • Kohlenhydrate gespeichert
  • Fette umgewandelt
  • Nährstoffe werden zu Fettsäuren und Aminosäuren verarbeitet (Der Nährstoffspiegel im Blut unterliegt der Regulierung durch die Leber)
  • toxische Nahrungsbestandteile (Medikamente, Umweltgifte usw.) werden gespeichert bis die Giftstoffe über Darm und Nieren ausgeschieden werden.

Ausscheiden des unverdaulichen Nahrungsbrei (Kot)

Der unverdauliche Nahrungsbrei wird verdickt, durch den Mastdarm transportiert und ausgeschieden

Wie lange braucht ein Hund für die Verdauung von Nassfutter

Bei einem gesunden, Erwachsenen Hund  dauert es etwa 6 bis 8 Stunden bis das Nassfutter verdaut worden ist.

Wie lange braucht ein Hund für die Verdauung von Trockenfutter

Trockenfutter zu verdauen braucht deutlich länger und belastet daher das Verdauungssystem des Hundes auch stärker.
Bis zu 14 Stunden braucht ein Hund um Trockenfutter zu verdauen.

Die Verdauungszeit von Hunden hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Das Alter des Hundes
  • Die Größe des Hundes
  • Die Art des Futters
  • und vor allem die Qualität des Futters.

Wie erkennt man Verdauungsprobleme beim Hund

Die Verdauung eines Hundes ist ein langes und komplexes System.
Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass ein Hund an Verdauungsproblemen leidet.
Es ist wichtig, auf der Suche nach Verdauungsstörungen beim Hund zu sein, da sie eine Krankheit oder einfach eine unzureichende Ernährung hervorheben können.

Gute Verdauung ist ein Zeichen für eine gute Gesundheit bei Hunden.
Verdauungsstörungen können ein Symptom für ein gesundheitliches Problem sein.

Symptome von Verdauungsstörungen bei Hunden

Es gibt drei Hauptsymptome, die darauf hinweisen können, dass dein Hund Verdauungsprobleme hat:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Erbrechen.

Je nach Situation können diese Symptome von Bauchschmerzen, Apathie oder Gewichtsverlust begleitet sein.

Plötzliche Apathie oder häufige Verdauungsprobleme können Symptome eines ernsthaften Gesundheitsproblems sein. Du solltest mit deinem Hund zum Tierarzt gehen.

Mögliche Ursachen für Verdauungsstörungen

Wenn dein Hund unter Verdauungsprobleme leidet könnte es folgende Ursachen haben:

  • Fütterung ungewohnterweise mit rohem Fleisch, Leber, Milch
  • Fütterung ungewohnterweise mit sehr fettreicher Kost
  • zu schnelle Futterumstellung
  • chronische Entzündungen im Magen-Darm Bereich
  • verdorbene Futtermittel
  • Nahrungsmittelallergie
  • Lebensmittelvergiftung
  • Vergiftung
  • Krankheit

In einigen Fällen kann eine Ernährungsumstellung des Hundes ausreichen, um Verdauungsprobleme zu behandeln.
In anderen Fällen können Medikamente oder Operationen notwendig sein.

Was solltest du tun, wenn dein Hund Verdauungsprobleme hat

Die Verdauung ist einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit von Hunden.
Deshalb ist es wichtig, bei Erbrechen oder Durchfall alarmiert zu sein und den Hund genau zu beobachten.

Wenn du dir nicht sicher bist, geh zum Tierarzt!

Verstopfung

Wenn dein Hund längere Zeit unter einer Verstopfung leidet, solltest du zum Tierarzt gehen.
Er könnte einen Darmverschluss haben, was lebensgefährlich ist.
Mein Hund hatte schon zweimal einen Darmverschluss.
Der Hund setzt sich dann immer wieder und versucht zu koten.
Durch den Darmverschluss ist dies aber nicht möglich.

Durchfall (Diarrhoe)

Hunde leiden öfters einmal an Durchfall. Es kann eine Vielzahl von Ursachen geben.
In der Regel ist ein ab und an auftretender Durchfall kein Problem.
Ich kann hier die Reto Durchfalltabletten* empfehlen.
Damit bekomme ich „normalen“ Durchfall beim Hund schnell in den Griff und helfe meinem Hund damit, seine Darm Probleme in den Griff zu bekommen.

Zum Tierarzt gehen solltest du, wenn es sich um

  • einen Welpen handelt
  • der Hund nichts trinkt
  • wenn die Vitalwerte des Hundes nicht in Ordnung sind
  • wenn im Kot Blut zu sehen ist oder er schwarz gefärbt ist.

Im Zweifel solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen.

Fasten
Der Hund sollte 24 bis 48 Stunden nichts zu fressen bekommen.

Kohletabletten
Helfen dem Hund bei akuten Durchfall und gehören in jede Notfallausrüstung.
Kohletabletten* absorbieren Giftstoffe aus dem Magen Darm Trakt.

Wasser

Dem Hund sollte immer frisches Wasser zur Verfügung stehen damit der Hund nicht dehydriert.

Erbrechen

Hunde Erbrechen öfters einmal. In der Regel handelt es sich dabei um Gras oder Nahrung.
Das ist in den meisten Fällen nicht gefährlich.

Wenn du das Gefühl hast, der Hund würgt und würgt und kann nicht erbrechen, solltest du schnellst möglich einen Tierarzt aufsuchen.

Wie du die Verdauung deines Hundes anregen kannst

So kannst du die Verdauung deines Hundes fördern:

  • füttere genügend Faserstoffe (Gemüse, Obst, Reis) das fördert die Verdauung
  • gib ab und zu etwas Leinöl oder Leinsamen ins Hundefutter. Das schützt und pflegt die Magen-Darmschleimhaut.
  • sorge für ausreichend bewegung und Beschäftigung

Wie ist der Verdauungstrakt eines Hundes zusammengesetzt?

Die Verdauung von Hunden beruht auf ihrem gesamten Verdauungssystem, das heißt auf allen Organen, die die Nahrungsaufnahme und -verdauung, aber auch das ausscheiden in Form von Fäkalien ermöglichen.

Das Verdauungssystem des Hundes besteht aus folgenden Organen:

  • Maul
  • Rachen
  • Speiseröhre (Oesophagus)
  • Magen
  • Leber (mit der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase)
  • Dünndarm (Zwölffingerdarm, Leerdarm, Krummdarm)
  • Dickdarm (Blinddarm, Grimmdarm, Mastdarm)
  • Rektum
  • Kolon
  • Anus.

Eine Störung eines dieser Elemente kann mehr oder weniger schwere Verdauungsprobleme verursachen.
Ebenso kann die Einnahme ungeeigneter Nahrungsmittel schwerwiegende Folgen für den Zustand des Verdauungssystems haben

Der Unterschied zwischen der Verdauung des Menschen und des Hundes

Ein Unterschied zwischen dem Verdauungssystem eines Menschen und einem Hund liegt darin, dass der Speichel des Hundes keine Enzyme enthält, die die Nahrung schon in der Maulhöhle zur weiteren Verdauung vorbereiten.

Die Magensäure eines Hundes ist in etwa doppelt so aggressiv wie die Magensäure beim Menschen.

Kleine Hunde haben einen anderen Verdauungstrakt als große Hunde

Große Hunde haben im Verhältnis zur Körpermasse einen kleineren Verdauungstrakt als kleine Hunde. Deshalb neigen größere Hunde, auch eher zu Verdauungsstörungen.

Tabelle der Verdauungsenzyme

VerdauungsenzymBildungsortverdaute
Nahrungsbestandteile
PepsinMagenschleimhautEiweiß
KathepsinMagenschleimhautEiweiß
MagenlipaseMagenschleimhautFett
TrypsinBauchspeicheldrüseEiweiß
ChymotrypsinBauchspeicheldrüseEiweiß
ElastaseBauchspeicheldrüseEiweiß
CarboxypeptidaseBauchspeicheldrüseEiweiß
AmylaseBauchspeicheldrüseKohlenhydrate
PankreaslipaseBauchspeicheldrüseFett
PeptidaseDünndarmschleimhautEiweiß
DisaccharaseDünndarmschleimhautKohlenhydrate
LipaseDünndarmschleimhautFett

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